DSIV zu Gast in der Lausitz: Fachwissen, Tagebautechnik und gelebtes Networking

Mit knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern führte die jüngste Veranstaltung des Deutschen Schüttgut-Industrie Verbandes (DSIV) in die Lausitz – eine Region, die wie kaum eine andere für Rohstoffgewinnung, Fördertechnik und industrielle Wertschöpfung steht. Gastgeber war das DSIV-Gründungsmitglied KREISEL Industries GmbH in Krauschwitz. Ergänzt wurde das Fachprogramm durch einen Besuch des Tagebaus Nochten der LEAG sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Auftakt zwischen Fürst-Pückler-Park, Weinberg und Geopark

Vor der Kulisse des Schlosses Muskau entstand noch ein gemeinsames Gruppenfoto, bevor die Teilnehmer zur Abendveranstaltung auf dem Weingut Marbach aufbrachen.

Gastgeber Wolfram Kreisel sowie Jochen Baumgartner vom Vorstand des Deutschen Schüttgut-Industrie Verbandes (DSIV) begrüßten die Teilnehmer herzlich und eröffneten gemeinsam die Veranstaltung.

Am Vorabend trafen sich nämlich die Teilnehmer im Weingut „Marbachs Wolfshügel“ in Jerischke. Der sechs Hektar große Weinberg liegt im UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen und wurde 2008 von Hubert Marbach wiederbelebt, nachdem dort seit 1890 kein Wein mehr gekeltert worden war.

Bei bestem Sommerwetter boten Weinprobe, fundiert moderiert durch Hubert Marbach und Abendimbiss den idealen Rahmen für erste Gespräche und intensives Networking. Für viele Teilnehmer war dies der gelungene Auftakt einer Veranstaltung, die ganz im Zeichen des fachlichen Austauschs und persönlicher Begegnungen stand.

Hubert Marbach ließ die Gläser füllen und führte durch Keller und Weinberge.

Im Weinberg gab es dann Viel über das ungewöhnliche Weinbau-Projekt zu hören.

In der Blockhütte  bei Wein, Wurst und Käse kamen die Teilnehmer schnell in das Gespräch.

Mit lockerem Schritt ging es dann zum eigentlichen Abendessen auf dem Weingut.

Fachprogramm bei KREISEL Industries

Am zweiten Veranstaltungstag begrüßte KREISEL Industries die Gäste am Unternehmenssitz. Das international tätige Unternehmen zählt zu den Spezialisten für Schüttguthandling und realisiert maßgeschneiderte Förder-, Dosier- und Entstaubungsanlagen für unterschiedlichste Industrien.

Geschäftsführer Wolfram Kreisel eröffnete den fachlichen Teil der Veranstaltung mit einem Einblick in die über 100-jährige Geschichte und die Entwicklung des Familienunternehmens. Die KREISEL Industries GmbH hat sich in dieser Zeit zu einem weltweit agierenden Spezialisten für hochwertige Komponenten und Anlagen im Bereich Schüttguthandling, Entstaubungstechnik sowie Druckbehälterbau entwickelt.

Den Auftakt des Vortragsprogramms machte Carsten Mevius mit einem Beitrag über Verschleißschutz und die Weiterentwicklung großer Zellradschleusen in der Zementindustrie. Im Fokus standen Zellradschleusen für Vertikalrollenmühlen, die neben der Materialförderung auch den erforderlichen Luftabschluss zwischen Atmosphäre und Mühlenunterdruck gewährleisten müssen. Angesichts von Jahresdurchsätzen von teilweise mehr als einer Million Tonnen Material sind robuste Konstruktionen und wirksame Verschleißschutzmaßnahmen entscheidend für die Anlagenverfügbarkeit.

Der Konferenzraum war bis zum letzten Platz gefüllt.

Anschließend referierte Thomas Döring, Geschäftsführer der N+Z GmbH, über Fördergurttechnologie in der industriellen Instandhaltung. Er erläuterte die Bedeutung moderner Fördergurtsysteme für die Betriebssicherheit industrieller Anlagen und zeigte auf, wie sich ein Unternehmen aus der Braunkohleindustrie erfolgreich zu einem breit aufgestellten Instandhaltungsdienstleister entwickelt hat. Heute betreut die Unternehmensgruppe Anlagen in zahlreichen Branchen, darunter auch die Windenergie.

In der Pause gab es genügend Gelegenheit sich mit den Referenten auszutauschen.

Im dritten Fachvortrag stellte Gerald Kreisel das Engineering pneumatischer Schüttgutförderanlagen vor. Die von der DF Engineering GmbH entwickelten Lösungen umfassen die komplette Planung und verfahrenstechnische Auslegung pneumatischer Fördersysteme bis hin zur Inbetriebnahme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ganzheitlichen Anlagenkonzepten, die Schnittstellen reduzieren und den Projektaufwand für den Betreiber minimieren.

Abgerundet wurde der Vormittag durch einen Rundgang durch die Fertigung von KREISEL Industries, bei dem die Teilnehmer Einblicke in die Produktion und Montage erhielten.

Auskunft wurde bis in das letzte Detail erteilt. 

Ein besonderer Dank gilt Wolfram Kreisel, Carsten Mevius, Gerald Kreisel und Thomas Döring, die mit ihrer fachlichen Kompetenz, ihrem persönlichen Engagement und der hervorragenden Organisation wesentlich zum Gelingen des Tages beigetragen haben.

Eindrucksvolle Technik im Tagebau Nochten

Nach dem Mittagessen führte die Veranstaltung in den nahegelegenen Tagebau Nochten der LEAG. Seit rund 50 Jahren wird hier Braunkohle gefördert. Der Tagebau versorgt heute vor allem das Kraftwerk Boxberg sowie die Brikettfabrik Schwarze Pumpe.
Beeindruckend waren die Dimensionen der Gewinnungstechnik: Für einen Kubikmeter Kohle müssen etwa sieben Kubikmeter Abraum bewegt werden. Schaufelrad- und Eimerkettenbagger, Förderbrücken sowie kilometerlange Bandanlagen prägen das Bild des aktiven Tagebaus. Die Teilnehmer erhielten einen direkten Einblick in die großtechnische Rohstoffgewinnung und konnten zahlreiche Themen aus den Fachvorträgen unmittelbar in der Praxis wiederfinden.

Gehen wir zu Fuß oder nehmen wir das Gefährt?

Ausklang im Fürst-Pückler-Park

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemeinsamer Grillabend im Grünen Salon des UNESCO-Welterbes Muskauer Park. In der einzigartigen Atmosphäre des von Fürst Pückler gestalteten Landschaftsparks ließen die Teilnehmer den Tag bei regionalen Spezialitäten, gegrilltem Fisch, Fleisch und Gemüse sowie lokalen Getränken ausklingen.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie fachlicher Austausch, industrielle Praxis und persönliches Networking im DSIV miteinander verbunden werden. Die Kombination aus Unternehmensbesuch, Fachvorträgen, Tagebaubesichtigung und geselligem Rahmenprogramm machte den Besuch in der Lausitz zu einem ebenso informativen wie eindrucksvollen Erlebnis.

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